
Bei Harry Kulzer denkt man zuerst an "Pogo in Togo" und andere Hits aus der NDW-Zeit mit den United Balls. Wir haben ihn im Gramsci einst auch mit seiner "Mr Harry Kulzer" Show solo erlebt und das war wohl eines der umjubelsten Konzerte überhaupt.
"Just A Piano Player" ist eine Zeitreise durch 100 Jahre Geklimper auf guten und
schlechten Klavieren. Der Pianist und Sänger erzählt in seinem Bühnenprogramm
Geschichten von der Entstehung des Ragtimes, des Stride- und Blues-Pianos bis
zum Boogie-Woogie und Jazz-Piano. Von einer temporeichen Musik-Epoche die
jubelnde Publikums-Herzen im brodelnden Musiker-Blut kochen ließ.
Wenn
Harry Kulzer in die schwarzweißen Tasten haut, sie streichelt, hackt und
hämmert, dann wird die Musik-Geschichte von Rag bis Boogie mehr als nur hörbar:
Sie wird am ganzen Körper fühlbar, spürbar und mit stampfenden, schwingenden und
vibrierenden Klangwellen durch die Muskeln und Nerven
lustvoll-leidenschaftlich-lebendig.
Das Publikum lauscht wie
magnetisiert dem längst vergangenen Sound von Vaudeville und den Music-Halls,
dem Klang der hektisch-heißen Jazz-Pianos in den verruchten Bars, den düsteren
Kneipen, den üblen Honky-Tonks, den verlogenen Glücksspielschuppen, den brutalen
Wildwest-Salons, den schwülen Strip-Clubs und den männeraussaugenden Bordellen
irgendwo auf einem schwankenden Schaufelraddampfer, in einem überdrehten
Goldgräberdorf oder in einer geheimnisvollen Absteige in New York.
Harry
Kulzer verwandelt sich in einen Pianisten aus der Zeit von Wallstreet-Wahn und
Goldrush, Lynch-Justiz und Wildwest, Boomtowns, Gettos und der Erfindung der
Fließbandarbeit bei Ford.
Der Pianist und Sänger präsentiert hautnah
eine schweißtreibende und sportlich-elegante Abendunterhaltung. Sie werden mit
wahren, halbwahren und viertelwahren Geschichten aus dieser Zeit der Spielhöllen
und Saloons, der Autowäscher und Eisenbahn-Tramps konfrontiert.
Eine
packende Mixtur aus Entertainment und Spielfreude, die auch hartgesottene
Musik-Verweigerer gnadenlos mitreißt.
Harry Kulzer: Ein deftig-heftiger
Piano-Orkan, der alles wegfegt, was den Blick auf die faszinierenden Wurzeln der
wilden Piano-Musik versperrt...
Jetzt gibts eine Neuauflage des Konzerts im Café Gramsci. Die Karten sind im Druck, wer vorab schon reservieren will schreibt an
TastenTornado@TollhausDachau.de - der Eintritt wird 8.- € betragen.